0176-45276388 | ✉ professor@orthopaedie-endres.de

Kniespezialist

Knie

Meniskus und Knorpel

Knorpelschäden und Meniskusverletzungen sind typische Erkrankungen des Kniegelenkes, vor allem bei sportlich aktiven Menschen mit einem Verdrehtrauma.
Hauptsymptom einer solchen Verletzung / Erkrankung ist der belastungs- und bewegungsabhängige aber auch teilweise Ruheschmerz.
Verletzungen bzw. Risse des Meniskus verursachen in der Regel Schmerzen, Blockierungsphänomene und ein Anschwellen des Kniegelenkes. Ein gerissener Meniksusanteil, wobei der innere Meniskus häufiger betroffen ist als der äußere, führt zu einer sog. Spitzenbleastung des Knorpels mit einer weiteren Schädigung im Lauf der Zeit.
Beim Knorpelschaden unterscheidet man je nach Tiefe und Ausdehnung man vom I- bis zum IV-Grad, wobei der IV-Grad einer sog. Knorpelglatze bedeutet. Manchmal kann eine Schädigung des Knorpel allerdings auch ohne ein Unfallereignis auftreten. Hierbei handelt es sich in den meisten Fällen um einen sog. osteochondralen Defekt, bei dem sich ein Knorpel-Knochenstück aus dem Verbund heraus löst.

Notwendige Untersuchungen

Neben der sorgfältigen Anamnese und körperlichen Untersuchung kommt vor allem der Bildgebung eine entscheidende Bedeutung zu.
Röntgenbilder sollten vor einer notwendigen Therapie immer an erster Stelle stehen. Notwendig sind Röntgenbilder des betroffenen Kniegelenkes in 3 Ebenen unter Belastung sowie eine Ganzbeinstandaufnahme zur Beurteilung der Beinachse. Das MRT ist dann das Mittel der Wahl, da nur in dieser Untersuchung definitive Aussagen zur Schädigung der Menisken und des Knorpels getroffen werden können. Zusätzlich können jede Art der Begleitverletzung, wie z.B: Bandverletzungen mit beurteilt werden.

MRT Bild eines gesunden Kniegelenkes von der Seite

Umschriebener Knorpelschaden der äußeren Oberschenkelrolle  (Quelle: FIFA Medical Network)

Meniskusriss im Hinterhorn des Innenmeniskus

Therapieoptionen

A) Nicht-operativ

Kleinere Meniskusrisse an der Oberfläche im Randbereich (ohne Einklemmungssymptomatik) heilen oftmals ohne Operation. Ein geschädigter Gelenkknorpel kann dagegen nicht aus eigener Kraft heilen. Daher verwenden wir verschiedene Verfahren zur biologischen Heilung und Wiederherstellung von vollschichtigen Knorpelschäden. Die Therapieform richtet sich dabei nach dem Grad der Beschädigung in Hinsicht auf Ausdehnung, Tiefe und Lokalisation sowie den individuellen Beschwerden und dem Patientenalter.

Rehabilitation
Der Patient sollte ein individuell angepasstes Trainingsprogramm durchführen, welches aus einem Kräftigungsprogramm, Ausdauertraining und Koordinationsübungen besteht.

Hierbei empfiehlt sich ein spezielles Fitnesstraining, welches durch Sporttherapeuten koordiniert wird.


Nahrungseränzungsmittel
Nahrungsergänzungsmittel wie z.B. Chondroitinsulfat oder Glucosamin können schmerzlindernd wirken. Allerdings könne diese Mittel den weiteren Verlauf nicht beeinflussen.

Injektionstherapie mit Hyaluronsäure und Eigenblut (ACP)
Bei dieser Behandlung wird eine Kombination aus Hyaluronsäure und autolog condioniertes Plasma (Thrombozytenreiches Plasma = „Eigenblut ohne Zellen“ ) (Thrombozytenreiches Plasma, auch „plättchenreiches Plasma“ oder „PRP“ genannt) in das betroffene Gelenk gespritzt. Hierdurch können die Beschwerden über einen längeren Zeitraum gelindert werden und eine Operation möglicherweise hinausgezögert werden.

Einteilung der Knorpelschäden (Copyright ICRS)

Eigenblut

Quelle: FIFA Medical Network

Ablauf der Behandlung
Zu Beginn wird dem Patienten Blut aus einer Armvene abgenommen. Das Blut wird dann über 5min mit Hilfe einer Zentrifuge aufbereitet.
Das Thrombozytenreiche Plasma wird danach mit einer Hyaluronsäure in das betroffene Gelenk injiziert und der Patient darf nach einer kurzen Nachbeobachtungszeit von 10-15 min. wieder nach hause.

Kosten der Behandlung
Die Kosten der Behandlung werden nicht von jedem Kostenträger getragen. Wir erstellen vorab für jeden Patienten einen Kostenvoranschlag den er bei seinem Versicherungsträger einreichen kann. Die Kosten der Behandlung beinhalten sowohl das Präparat, die ärztliche Tätigkeit und die Herstellung des Thrombozytenreichen Plasmas sowie die Injektion an sich und beträgt ca. XXX Euro.

B) Operative Therapiemöglichkeiten

Meniskusoperation

Über eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) wird der defekte Anteil des Meniskus entweder entfernt oder genäht. Vermehrt setzen wir die Nahttechnik ein, um so viel Meniskus wie möglich als Stoßdämpfer zu erhalten. Bei Sonderfällen wie z.B. dem Scheibenmeniskus wird eine partielle Entfernung zur Wiederherstellung der „normalen“ C-förmigen Struktur durchgeführt.


Partielle Menikusteilentfernung und Meniskusnaht
Quelle: FIFA Medical Network

Nachbehandlung nach Meniskuschirurgie
In der Regel erstreckt sich bei einer Meniskusteilentfernung die Nachbehandlung über einen Zeitraum von 4-6 Wochen, wobei in aller Regel eine Alltagstauglichkeit nach 3 Wochen erreicht wird. Bei Meniksusnähten wird die Nachbehandlung allerdings aufwendiger und dauert länger. Die Nachbehandlungsdauer bis zur Wiederaufnahme maximaler körperlicher Beanspruchungen beträgt hierbei etwa 4-6 Monate und das Erreichen einer Alltagstauglichkeit etwa 8-10 Wochen.

Knorpelchirurgie

Ein operatives Vorgehen empfiehlt sich vor allem bei Patienten mit folgenden Situationen

1. Eine symptomatische Knorpelabscherung oder ein freies Fragment (Gelenkkörper)
2. Ein umschriebener (fokaler) Knorpeldefekt
3. Begleitede Band- oder Meniskusverletzungen
4. Bleibende Beschwerden nach einem nicht-operativen Therapieversuch von ca. 8-10 Wochen

In diesen Situationen können folgende Techniken zur Anwendung kommen, die je nach Einzelfall besprochen werden.

Arthroskopisches Debridement („Gelenktoilette“)
Hierbei werden freie Gelenkkörper oder Knorpelabscherungen mit mechanischer Blockade entfernt. Eine Therapie des Knorpeldefektes erfolgt allerdings nicht.
Ziel dieser Massnahme ist prinzipiell kurzfristig eine Besserung der Symptome zu erzielen, um zu einem späteren Zeitpunkt die definitive Therapie zu planen.

Arthroskopisches Debridement135

Mikrofrakturierung nach Steadman und AMIC („Autogen matrix-induzierte Chondrogenese“)
Bei der Mikrofrakturierung wird die unter dem Knorepl liegende Knochenplatte mit einem speziellen Instrument perforiert, so dass pluripotente Stammzellen und Knochenmarkfaktoren in Defekt einwandern können. Hierüber wird bei einem kleinem Defekt von max. 1-2 cm2 ein Ersatzknorpelregenerat gebildet. Bei größeren Defekten von 2-4 cm 2 läßt sich die Methode der Mikrofrakturierung mit einem Kollagen-Vlies kombinieren und schafft damit ein hyalin-ähnliches Knorpelregenerat im Defekt.

Mikrofrakturierung

Mosaikplastik oder Knorpelknochentransplantation
Bei kleinen bis mittelgroßen Defekten von 2-4 cm2 können aus einem nicht-belasteten gesunden Anteil des Kniegelenkes Knorpel-Knochenzylinder entnommen werden und dann „Press-Fit“ in den vorbereiteten Defekt als Mosaikplastik oder Einzelzylinder eingebracht werden. Damit erreicht man gesunden Knorpel im Defektgebiet, allerdings auf Kosten eines Defektes in einem anderen Bereich.

Mosaikplastik

Matrix assoziierte Knorpelzelltransplantation
Zur Heilung von großen Defekten 4-10 cm2 können in einem Ersteingriff körpereigene Knoreplzellen entnommen, gezüchtet und in einer Zweitoperation transplantiert werden.
Diese sehr aufwendige Methode darf „nur“ von zugelassenen Ärzten / Kliniken unter bestimmten Voraussetzungen durchgeführt werden. Damit dieses Verfahren bestimmten Qualitätskriterien unterliegt sind wir dem Deutschen Knorpelregister angeschlossen und für diese Methode zugelassen.

Knorpelzelltransplantation